Je länger die Auseinandersetzung mit VR, imaginären Welten und Fiktion dauert, umso deutlicher wird der Bedarf nach einem Terminus, der die physikalische Welt genau von allen anderen Welten abgrenzt. Gemeint ist hierbei jene Lebenswelt, die gemeinhin als "reale" Welt bezeichnet wird. 

Dass "real" allerdings keine zufriedenstellende Bezeichnung für diese Entität ist, liegt auf der Hand, weil imaginäre Welten ebenfalls als real angesehen werden und letztendlich jede Welt in der Imagination des Rezipienten erschaffen wird (Stichwort: mentales Modell). 

Bisherige Vorschläge zur Bezeichnung:

  • Realität (untauglicher Begriff, weil Bezugnahme auf mentales Modell des Rezipienten. Real ist nur das, was der Rezipient als real wahrnimmt)
  • physikalische Realität/physikalische Welt (besserer Begriff, allerdings unschöne Konnotationen mit der naturwissenschaftlichen Terminologie)
  • objektive Realität (auf den ersten Blick tauglich, allerdings auch mit einem Wertemaßstab und entsprechender Konnotation versehen) 
  • Lebenswelt/Umwelt (weitgehend untauglich, weil Lebenswelten ebenfalls im Imaginären statt finden)
  • Natur/natürliche Welt (zunächst tauglicher Begriff, jedoch auch mit Konnotationen verknüpft -> Ökologie; schließt die Technisierung (und Augmentierung) der physikalischen Realität aus -> beleuchtet also maximal ein Teilphänomen der Gesamtheit. Eventuell lässt sich hier allerdings mit dem Stilmittel des pars pro toto argumentieren.)
  • Echtwelt (auch mit Wertung verbunden)
  • faktische Umgebung/Faktizität (vgl. Knape 1997: 48, Volltext bei der Bayerischen Staatsbibliothek: Link) (Ebenfalls nicht unproblematisch, weil bereits Barthes (1967) vom "Trugschluß der Referentialität" sprach.)
  • prosaische Realität – verwendet Hoffmann in Das öde Haus (prosaischer Dämon)
  • Außenwelt – verwendet Hoffmann bei der Verhandlung des Prinzips der Duplizität (Die Serapions-Brüder)
  • to be continued...