Schlegel: Athenaeum Fragment 116

Ein wichtiges Konstituens der Poetik in der Romantik stellt ein Fragement von Friedrich (von) Schlegel dar, das er in seiner Zeitschrift Athenaeum veröffentlicht. Konkret geht es um folgenden Text:

Die romantische Poesie ist eine progressive Universalpoesie. Ihre Bestimmung ist nicht bloß, alle getrennte Gattungen der Poesie wieder zu vereinigen, und die Poesie mit der Philosophie, und Rhetorik in Berührung zu setzen. Sie will, und soll auch Poesie und Prosa, Genialität und Kritik, Kunstpoesie und Naturpoesie bald mischen, bald verschmelzen, die Poesie lebendig und gesellig, und das Leben und die Gesellschaft poetisch machen, den Witz poetisieren, und die Formen der Kunst mit gediegnem Bildungsstoff jeder Art anfüllen, und sättigen, und durch die Schwingungen des Humors beseelen.

Der Text ist hinreichend alt, dass er mittlerweile in die Gemeinfreiheit übergegangen ist. Trotzdem ist es gar nicht so einfach die Originalquelle des Zitats zu finden. Die meisten Wissenschaftler beziehen sich in ihren Ausarbeitungen auf Schlegels Gesamtausgaben von 1967 etc. also Werke, die nicht digitalisiert und – trotz Gemeinfreiheit des originalen Texts! – nicht frei verfügbar sind. Ich halte diese Vorgehensweise für nicht mehr zeitgemäß, denn man findet die originale Ausgabe der Zeitschrift bei Google Books, wenn man etwas sucht. Damit das in Zukunft allen Leidensgenossen etwas einfacher fällt, hier der Link zum Sammelwerk von 1798: Atenaeum Band 1

Vorsicht: Google hat mehrere "Stücke" des Sammelbandes in ein Digitalisat gepackt. Die genaue Position findet sich in der zweiten Hälfte des verlinkten Dokuments im Ersten Band, Zweites Stück, Seite 28.

This article was updated on 29 Juli 2022

Andi Siess

Ich schreibe zur Zeit an meiner Dissertation an der Universität Koblenz in Verbindung mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Dieser wilde Blog entsteht parallel zu dieser Arbeit.