Aristoteles sagt irgendwo: Wenn wir wachen, so haben wir eine gemeinschaftliche Welt, träumen wir aber, so hat ein jeder seine eigne. Mich dünkt, man sollte wohl den letzteren Satz umkehren und sagen können: wenn von verschiedenen Menschen ein jeglicher seine eigene Welt hat, so ist zu vermuthen, daß sie träumen.

Kant Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik S. 58

Kant schreibt das Zitat jedoch fälschlicherweise Aristoteles zu. Im Original wird die Aussage wohl Heraklit zugeschrieben

Die Wachenden haben eine gemeinsame Welt (koinos kosmos), die Schlafenden aber wenden sich jeder seiner eigenen Welt (idios kosmos) zu.

Zur Echtheit dieses Zitats siehe: Binswanger (1935): Heraklits Auffassung des Menschen. In: Die Antike. Zeitschrift für Kunst und Kultur des klassischen AltertumsVolltext hier (PDF, S. 19)